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快3走势图| Erfinder Nikola Tesla: Das betrogene Genie

Der Serbe Nikola Tesla war einer der genialsten Erfinder aller Zeiten, doch immer wieder lie? er sich um die Früchte seiner Arbeit bringen.
Nikola Tesla
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Nikola Tesla

Mit einem Fingerschnippen er?ffnet der in die USA emigrierte Serbe Nikola Tesla an einem Abend im Jahr 1891 die Vorstellung: Augenblicklich lodert ein roter Feuerball in seiner Hand auf. Behutsam l?sst der hoch-gewachsene Mann die Flammen auf seinen wei?en Frack, dann über sein schwarzes, in der - Mitte gescheiteltes Haar gleiten. Schlie?lich verstaut der Magier – zum Erstaunen des Publikums g?nzlich unversehrt – das geheimnisvolle Feuer in einer Holzschachtel.

Nikola Tesla: Das betrogene Genie

Mit dieser Spulenkonstuktion erprobt Nikola Tesla 1899 unter spektakul?ren Entladungen, hervorgerufen durch Spannungen von mehr als zw?lf Millionen Volt, ob sich Strom durch die Luft übertragen l?sst: ?hnlich wie Radiowellen. Auch wegen solcher Versuche nennen ihn Bewunderer "Magier der Elektrizit?t". Doch selbst Tesla kann nur scheinbar - n?mlich dank einer doppelten Belichtung - zwischen den Stromblitzen sitzen, ohne get?tet zu werden

?Jetzt werde ich Ihnen Tageslicht machen“, ruft Tesla. Mit einem Mal erstrahlt der Vorführungsraum, sein Labor in der New Yorker South Fifth Avenue, in wundersam hellem Licht.

Dann springt der Erfinder auf eine Plattform, die mit einem elektrischen Spannungsgeber verbunden ist. Langsam dreht er den Regler hoch, bis sein K?rper schlie?lich einer Spannung von zwei Millionen Volt ausgesetzt ist.

Elektrische Entladungen knistern um seinen Leib. Blitze und Flammen zucken aus seinen H?nden. Als Tesla die Spannung ausschaltet, umflirrt ihn, so erinnern sich sp?ter manche, noch immer ein bl?uliches Glimmen. Der ?Magier der Elektrizit?t“ liebt es, New Yorks High Society mit seinen Inszenierungen zu verzaubern und

Reportern die Kraft und Gefahrlosigkeit des von ihm entwickelten Stromsystems zu pr?sentieren. Nicht zuletzt sind seine spektakul?ren Vorführungen Propaganda im Krieg um die weltweite Elektrifizierung.

Nikola Teslas Gegenspieler ist ein gerissener Gesch?ftsmann

Es ist ein Krieg, den Tesla (wenn auch unfreiwillig) gegen einen zweiten, nicht weniger gefeierten Erfinder führt. Einen Mann von so anderem Naturell, dass er wie der Gegenentwurf zu Tesla anmutet: Thomas Alva Edison – hemds?rmelig, gerissen, gesch?ftstüchtig.

Für den Amerikaner ist Tesla nicht mehr als ein ?Wissenschaftspoet“, ein Theoretiker und glückloser Tüftler, dessen Ideen zwar ?gro?artig, aber ausgesprochen unbrauchbar“ sind. Edison bemisst den Wert einer Erfindung daran, wie viele Dollar sie seinem Unternehmen einbringt.

Tesla dagegen geht es nicht nur ums Geld: Der Zweck einer Erfindung, sagt er, bestehe vor allem in der Nutzbarmachung der Naturkr?fte für die menschlichen Bedürfnisse.

Nikola Tesla: Das betrogene Genie

Als 28-j?hriger wandert Nikola Tesla 1884 in die USA aus und arbeitet zun?chst für Thomas Edison

Der Kampf um den Strom: Tesla wird ihn gewinnen. Und doch – wie so oft in seinem Leben – als Verlierer daraus hervorgehen.

Die geheimnisvolle Wirkkraft der Elektrizit?t scheint Nikola Tesla schon als Kind erfasst zu haben. Immer wieder sieht der am 10. Juli 1856 im kroatischen Dorf Smiljan geborene Sohn serbischer Eltern grelle Lichtblitze. ?In einigen F?llen war die gesamte Luft um mich herum mit lebendigen, flammenden Zungen erfüllt“, erinnert sich Tesla sp?ter in seiner Autobiografie.

Oft gehen diese Erscheinungen mit inneren Bildern einher. Dann sieht Tesla R?ume oder Gegenst?nde vor seinem geistigen Auge, so klar, dass er Traum und Wirklichkeit kaum auseinanderzuhalten wei?. Mit der Zeit lernt er, diese visuellen Eingebungen zu kontrollieren. Er reist gedanklich in fremde St?dte und L?nder, unterh?lt sich im Geiste mit Menschen, schlie?t Freundschaften.

Der junge Tüftler arbeitet ohne Zeichnungen und Modelle

Als Tesla mit 17 Jahren beginnt, sich ?ernsthaft mit Erfindungen“ zu befassen, offenbart sich seine Vorstellungskraft: Er braucht keine Modelle, Zeichnungen oder Experimente, um Ger?te zu entwickeln – er verfolgt den gesamten Schaffensprozess einer Erfindung im Kopf. Dort baut er die Apparaturen auf, bessert Fehler aus, l?sst sie laufen. ?Es ist v?llig ohne Bedeutung für mich, ob ich eine Turbine in meinem Geist oder in der Werkstatt betreibe“, schreibt er. ?Ich kann sogar bemerken, wenn sie aus dem Gleichgewicht ger?t.“

1875 erh?lt der 19-J?hrige ein Stipendium an der Technischen Hochschule in Graz. Er lernt wie besessen – manchmal von drei Uhr morgens bis abends um elf – und besteht im ersten Jahr gleich neun Examina mit Bestnote. ?Ich

besa? eine wahre Manie, alles, was ich einmal begonnen hatte, auch zu Ende zu führen“, erinnert sich Tesla sp?ter. Als er Voltaire zu lesen beginnt, stellt er zu seinem Leidwesen fest, dass ?dieses Monster“ an die 100 Bücher geschrieben hat – qu?lt sich aber dennoch durch das Mammutwerk.

Nikola Tesla: Das betrogene Genie

Mit dieser Tesla-Spule erzeugt der Serbe Wechselstr?me von sehr gro?er Spannung und verfolgt dabei einen utopisch anmutenden Plan: Er will diese Str?me auch für die drahtlose Telegraphie nutzen und sie dazu über gro?e Entfernungen etwa durch das Erdreich schicken. Doch 1906 bricht er die Versuche ab

Ohnehin h?ngt dem jungen Mann etwas Zwanghaftes an. Er hegt eine starke Abneigung gegen Perlen und Ohrringe, ekelt sich vor den Haaren anderer Leute. Ihm wird hei?, wenn er einen Pfirsich sieht. Er wiederholt bestimmte

T?tigkeiten genau so oft, dass die Anzahl der Wiederholungen durch drei teilbar ist. Stets z?hlt er die Schritte beim

Gehen, berechnet den Rauminhalt von Suppentellern, Kaffeetassen, Lebensmitteln. ?Wenn ich das nicht tat, schmeckte mir mein Essen nicht“, notiert er.

In Graz st??t Tesla schlie?lich auf jenes mysteri?se Forschungsgebiet, das ihn Zeit seines Lebens nicht mehr loslassen wird: die Elektrizit?t. Für die meisten Menschen jener Zeit ist Strom noch ein okkulter Saft, der wie von Geisterhand durch Dr?hte flie?t. Tesla m?chte die Gesetze dieses Fluidums begreifen – und ist instinktiv davon überzeugt, dass die Zukunft einem damals noch nicht praxistauglichen System geh?rt, dem Wechselstrom.

Nikola Tesla glaubt an die Zukunft des Wechselstroms

Anders als bei einem Gleichstrom-Generator, der mit einem fest montierten Magneten und einer im Inneren des Ger?ts rotierenden Spule Strom erzeugt, dreht sich beim Wechselstrom-Generator der Magnet im Zentrum und produziert so in den au?en angebrachten Spulen Strom.

Der Vorteil: Der Strom muss nicht mehr umst?ndlich mithilfe von Funken sprühenden Schleifkontakten an einer rotierenden Spule abgenommen werden. Er entsteht stattdessen im ?u?eren, statischen Teil des Generators.

Doch s?mtliche elektrisch betriebenen Ger?te jener Zeit beziehen ihre Kraft über den permanent in eine Richtung flie?enden Gleichstrom. Vor allem Elektromotoren, die per Wechselstrom betrieben werden, halten Wissenschaftler für undenkbar. Tesla aber vertraut seiner Intuition. Im Geiste testet er einen Wechselstrom-Motor nach dem anderen, verfolgt gedanklich, wie der schnell wechselnde Strom durch die Schaltkreise rauscht. Zun?chst ohne Erfolg.

Es dauert sieben Jahre, bis der nunmehr bei einer Budapester Telefongesellschaft angestellte Ingenieur den Durchbruch schafft. W?hrend eines abendlichen Spaziergangs 1882 durch den Stadtpark schie?t ihm die L?sung ?wie ein Blitz“ durch den Kopf.

Tesla greift nach ei-nem Stock und zeichnet das Diagramm eines g?nzlich neuartigen Motors in den Staub, bei dem au?en angebrachte Spulen, die von Wechselstr?men durchflossen werden, ein rotierendes Magnetfeld erzeugen. Dadurch wirken auf den Rotor im Inneren Kr?fte, die ihn antreiben.

Nikola Tesla: Das betrogene Genie

Nach seinem Bruch mit Edison arbeitet Tesla - hier in den 1890er Jahren in seinem Labor - für den Industriellen George Westinghouse, der seine Patente kauft und dem Wechselstrom zum Durchbruch verhilft

Wie im Rausch entwickelt er in den folgenden Wochen weite-re Motoren, Dynamos und Transformatoren, die allesamt Wechselstrom ben?tigen – oder erzeugen. ?Es war ein geistiger Zustand von Glück, so vollst?ndig, wie ich es nie zuvor im Leben gekannt habe“, schreibt er. ?Die Ideen kamen in einem ununterbrochenen Strom, und die einzige Schwierigkeit, die ich hatte, war die, sie festzuhalten.“

Tesla erkennt auch, dass Wechselstrom einen entscheidenden Vorteil gegenüber Gleichstrom hat: Er kann aufgrund seiner physikalischen Natur nahezu verlustfrei über Hunderte von Kilometern durch die Kabel geschickt werden. Gleichstrom dagegen l?sst sich lediglich über kurze Strecken transportieren.

Zwei Jahre sp?ter, 1884, kündigt er in seiner Firma und macht sich mit einem Empfehlungsschreiben in der Hand auf den Weg nach New York. Er will sich dort bei dem gro?en Thomas Alva Edison um eine Anstellung bemühen und ihn für seine bahnbrechende Erfindung begeistern.

Edison sagt dem Genie eine Pr?mie von 50.000 Dollar zu

Mitten in Manhattan hat der Glühbirnen-Magnat das weltweit erste ?ffentliche Kraftwerk errichtet. Allerdings vermag der dort produzierte Gleichstrom nur die elektrischen Stra?enlaternen im Umkreis weniger Hundert Meter zum Leuchten zu bringen. Deshalb plant Edison, die Stadt mit einem Netz von Generatoren zu überziehen.

Das Empfehlungsschreiben verschafft Tesla ein Vorstellungsgespr?ch. Doch schon die erste Begegnung mit Edison verl?uft ernüchternd: Als Tesla die Vorzüge seines Stromsystems darlegt, erwidert der Amerikaner ver?rgert, er solle mit dem Unsinn aufh?ren. ?Die Leute m?gen den Gleichstrom, und er ist alles, womit ich mich je abgeben werde.“ Allerdings erkennt Edison das technische Talent des jungen Serben, stellt ihn ein – und verspricht Tesla sogar eine Pr?mie von 50?000 US-Dollar, falls es ihm gelingen sollte, die Leistung der Gleichstrom-Dynamos zu verbessern.

Tesla nimmt das Angebot an und kann seinem Chef nach fast einem Jahr harter Arbeit den Erfolg melden: Die Umbauten an Edisons Dynamos sind abgeschlossen, die Effizienz ist wesentlich gesteigert.

Doch die zugesagte Belohnung bleibt aus – Edison weigert sich, die Pr?mie zu zahlen: ?Tesla, Sie verstehen den amerikanischen Humor nicht“, erkl?rt er. Emp?rt kündigt Tesla. Sp?ter wird er über das angebliche Jahrhundertgenie schreiben: ?Wenn Edison eine Nadel in einem Heuhaufen finden müsste, würde er sofort mit dem Eifer einer Biene darangehen, Strohhalm für Strohhalm zu untersuchen, bis er das gesuchte Objekt gefunden h?tte. Ich war bedauernder Zeuge solcher Handlungen und wusste, dass ein wenig Theorie und Berechnung ihm 90 Prozent der Arbeit erspart h?tten.“

Nikola gründet seine eigene Firma

Seine herausragende Arbeit bei der ?Edison Electric Light Company“ hat Tesla in Fachkreisen bekannt gemacht. Und so nimmt der inzwischen 29-J?hrige kurz nach seiner Kündigung das Angebot einer Gruppe von Investoren an und gründet eine eigene Firma, die ?Tesla Electric Light and Manufacturing Company“.

Doch wieder erfüllen sich seine Hoffnungen nicht. Statt Wechselstromsysteme zur Marktreife zu bringen, lassen sich die Geldgeber von ihm innovative Stra?en- und Fabrikleuchten konstruieren. So tüftelt Tesla unter anderem an der Entwicklung einer Bogenlampe, erwirbt mehrere Patente – und wird nach Erfüllung seiner Aufgabe von den Investoren aus der Firma gedr?ngt und um seine Entlohnung betrogen.

Nikola Tesla: Das betrogene Genie

Eine Metallkugel kr?nt den 45 Meter hohen Mast von Teslas Versuchsstation in der Wüste bei Colorado Springs. Mit der Anlage erzeugt der Erfinder gewaltige Blitze und Radiowellen, um die elektrischen Kr?fte zu erforschen und nutzbar zu machen

?Danach folgte eine Periode des Kampfes“, erinnert sich der Erfinder. Ein Jahr lang muss er sich gar als Tagel?hner im Stra?enbau durchschlagen.

Bis sein Schicksal im Frühjahr 1887 eine unerwartete Wende nimmt: Der Vorarbeiter seiner Baukolonne erf?hrt von Teslas angeblichem Wundermotor und vermittelt ihm den Kontakt zu Alfred K. Brown, dem Direktor der Western Union Telegraph Company (Telegraphenfirmen brauchen Strom – also interessiert Brown der Wechselstrom, der sich über weite Strecken ohne Verlust übertragen l?sst).

Unweit der Edison Company in Manhattan mieten sie ein ger?umiges Labor, in dem Tesla endlich die praktische Umsetzung seines Wechselstromsystems vorantreiben kann. Der Krieg um den Strom beginnt: Tesla bringt ein Patent nach dem anderen für Komponenten seiner neuartigen Motoren heraus, h?lt Vortr?ge, setzt sich vor begeistertem Publikum in Szene und gewinnt alsbald die Aufmerksamkeit des Industriellen George Westinghouse.

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Ein finanzstarker Industrieller erwirbt Nikola Teslas Patente

Westinghouse, selbst Ingenieur und Erfinder, ist einige Jahre zuvor in den Strommarkt eingestiegen und hat mehrere Patente gekauft. Anders als Edison glaubt er an die Wirtschaftlichkeit der neuen Technik. Er erwirbt Teslas Patente, vereinbart die Entrichtung einer Lizenz-gebühr von zweieinhalb Dollar für jede Pferdest?rke verkaufter ?Tesla-Elektrizit?t“ – und zieht in den Kampf für den Wechselstrom.

Aufgrund der geringen Energieverluste kann Westinghouse seine Kraftwerke au?erhalb der St?dte errichten. Zudem genügen dünnere Kupferkabel als bei Gleichstrom, sodass die Kosten für die Leitungen geringer sind als die des Konkurrenten. Deshalb kann Westinghouse den Strom günstiger verkaufen und hat schon bald mehr Kunden

als Edison.

Doch der holt zum Gegenschlag aus: Edison l?sst Informationen über Unf?lle mit Wechselstrom zusammentragen, schreibt Pamphlete und bedr?ngt Politiker. Er bezahlt Schuljungen dafür, dass sie ihm Katzen und Hunde fangen, l?sst die Tiere in ?ffentlichen Vorführungen auf Metallplatten schnallen und jagt ihnen Wechselstrom durch den zuckenden Leib. Anschlie?end fragt er die Zuschauer: ?Ist das die Erfindung, mit der Ihre lieben Frauen kochen sollen?“

Im Januar 1889 tritt in New York ein Gesetz in Kraft, nach dem M?rder zum Tode durch Stromschlag verurteilt werden – und prompt pl?diert Edison dafür, dafür Wechselstrom zu verwenden. Im August 1890 stirbt erstmals ein Mensch auf dem elektrischen Stuhl: durch Wechselstrom. Zweimal muss der Schalter umgelegt werden, bis der Verurteilte aufh?rt zu zucken.

Doch Edisons Schm?hkampagnen erzielen nicht die gewünschte Wirkung. Binnen zwei Jahren baut Westinghouse mehr als 30 Kraftwerke und versorgt 130 amerikanische St?dte mit Teslas Wechselstrom.

Nikola Tesla verzichtet auf Tantieme in Milliardenh?he

1893 wird der Auftrag für die Beleuchtung der Weltausstellung in Chicago ausgeschrieben: Westinghouse unterbietet Edison um fast eine Million Dollar. Ab November 1896 installieren weltweit St?dte fast nur noch Wechselstromanlagen. Nikola Tesla steht kurz davor, einer der reichsten M?nner der Welt zu werden: Denn laut Lizenzvertrag soll er für jeden verkauften Elektromotor, ja für alle Anwendungen der Wechselstrompatente Gebühren kassieren.

Doch Geldgeber dr?ngen Westinghouse dazu, den Vertrag zu ?ndern. Der Unternehmer macht Tesla deutlich, dass dessen Entschluss über das Schicksal der Firma entscheide. Tesla, der in Westinghouse einen Freund sieht, zerrei?t seinen Vertrag und tauscht die Tantiemen für seine Patente gegen eine einmalige Pauschale von 216?000 Dollar ein.

Damit verliert er nicht nur den Anspruch auf vermutlich zw?lf Millionen Dollar bereits verdienter Honorare, sondern auch auf Milliarden, die in Zukunft angefallen w?ren.

Nikola Tesla: Das betrogene Genie

Tesla - hier um 1900 im New Yorker Büro - bleibt immer kreativ. Mit über 50 konstruiert er unter anderem Frequenzmesser, Blitzableiter, ein senkrecht startendes Flugger?t und ein geothermisches Kraftwerk

Doch nicht das Geld ist Tesla wichtig, sondern die Verbreitung seiner neuen Technik. Au?erdem hat sich der Erfinder bereits in neue Aufgaben vertieft: Er hegt Visionen von einer Welt, in der alle Menschen unbegrenzt und kostenlos mit Energie versorgt werden. Stromnetze begreift Tesla nur als Zwischenstufe auf dem Weg zu einem kabellosen System, das Informationen und Energie über den ganzen Erdball senden soll.

1898 entwickelt er die erste Fernbedienung. Im Jahr darauf gelingt es ihm, aus einem Labor in der N?he von Colorado Springs Radiowellen über eine Entfernung von 1000 Kilometern zu übertragen. 1900 findet Tesla einen Financier für den Bau eines futuristischen Funkturms auf Long Island: Von dort m?chte er unter anderem hochenergetische Wellen in die oberen Atmosph?renschichten schicken und deren Energie rund um den Globus verteilen.

Als ein Investor abspringt, bricht Tesla zusammen

Doch kurz vor der Fertigstellung des ambitionierten Projekts springt der Investor ab: Wenn jedermann weltweit unkontrolliert die Energie aus Long Island anzapfen kann, womit würde sich dann noch Geld verdienen lassen?

Tesla erleidet daraufhin einen Nervenzusammenbruch, von dem er sich nur langsam erholt. 1917 wird das Stahlgerüst des Turms gesprengt und für 1000 Dollar Schrottwert verkauft. Im selben Jahr soll dem Erfinder die angesehene Edison-Medaille verliehen werden. Tesla lehnt zun?chst ab: Nicht ihn würde die Auszeichnung ehren, sondern Edison.

Bernard Arthur Behrend, der Jury-Pr?sident, überredet ihn schlie?lich, die Medaille doch entgegenzunehmen.

?Wollten wir all das, was aus Teslas Werk bisher entstanden ist, wieder aus der Industrie entfernen“, sagt Behrend in

einer Laudatio, ?würden ihre R?der nicht weiterlaufen, unsere elektrischen Wagen und Züge stillstehen, unsere St?dte w?ren dunkel und unsere Mühlen tot und nutzlos. Ja, so weittragend ist sein Werk, dass es zum Fundament unserer Industrie geworden ist.“

Trotz des Ruhmes und seiner rund 700 Patente bleibt der Magier der Elektrizit?t finanziell erfolglos. Verarmt stirbt Nikola Tesla, der wohl selbstloseste Erfinder der Geschichte, am 7. Januar 1943 mit 86 Jahren in einem New Yorker Hotelzimmer.

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